Das war LevelUP
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„Nachhaltigkeit muss nicht teuer sein“

Klimaschutz, Kreativität und soziale Verantwortung bei pro mente Jugend

Dabei geht es nicht um eine Auszeichnung für bereits Erreichtes, sondern um die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und sich laufend weiterzuentwickeln. „Die Partnerschaft mit dem Klimabündnis ist eine Deklaration des eigenen Engagements“, erklärt Karin Traxler vom Klimabündnis Österreich. „Die Partnerschaft soll ein motivierendes und öffentliches Zeichen nach außen sein und Ausdruck des Klimaschutzanspruchs.“

Bei Klimabündnisbetrieben werden unter anderem die Bereiche Energie, Mobilität, Beschaffung, Kreislaufwirtschaft und Klimawandelanpassung betrachtet. Gemeinsam definiert man Maßnahmen, die schrittweise ihre Umsetzung finden. „Dank der Erfahrung mit Nachhaltigkeit, Bioprodukten und Regionalem habe ich gelernt, wie sehr man der Umwelt damit helfen kann und wie wichtig es für unsere Welt und unser Klima ist“, erzählt ein Teilnehmer der AusbildungsFit work.box in Linz.

Eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Nachhaltigkeitsinitiative ist etwa der dortige Kost'nix-Laden. „Hier finden gut erhaltene Kleidungsstücke, Schmuck, Dekorationsartikel, Haushaltswaren oder auch Hundezubehör neue Besitzer*innen. Der Kost'nix-Laden ist heute fester Bestandteil der work.box. Bei den Schnuppertagen erklären die Jugendlichen selbst den neuen Teilnehmer*innen das Tauschkonzept. Das zeigt, dass die Idee angekommen ist – und ganz nebenbei lernen die jungen Menschen, wie selbstverständlich Ressourcenschonung sein kann“, sagt Sabine Feichtinger, Betreuerin der AusbildungsFit work.box in Linz.

Kreativität statt Konsum

Nachhaltigkeit muss nicht immer mit großen Investitionen verbunden sein. Oft sind es kleine Veränderungen, die langfristig großen Einfluss ausüben. Dazu zählen etwa die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, die Wiederverwendung von Materialien, Reparaturen oder ein bewusster Umgang mit Energie und Mobilität.

Bei pro mente Jugend erleichtern Diensträder klimafreundliche Wege im Arbeitsalltag, an einigen Standorten wird schrittweise auf LED-Beleuchtung und Photovoltaik umgestellt und beim gemeinsamen Mittagstisch spielen pflanzliche Gerichte eine so tragende Rolle, dass die Rezepte nun auch in einem Kochbuch veröffentlicht werden.  „Wir kochen ausschließlich vegan und legen großen Wert darauf, dass unsere Speisen gesund, ausgewogen und nachhaltig sind“, erzählt eine Teilnehmerin der AusbildungsFit work.box Linz.

Tauschen, reparieren, aufwerten

An verschiedenen Standorten von pro mente Jugend wird Nachhaltigkeit hautnah erlebbar. In der start.box fördern ein Geben-Nehmen-Regal und eine Wurmfarm den bewussten Umgang mit Ressourcen. Dazu kommen unterschiedliche Upcycling-Projekte, bei denen aus vermeintlich Ausgedientem neue Gebrauchsgegenstände oder kreative Kunstwerke entstehen.

Für Karin Traxler liegt genau darin ein besonders großes Potenzial: „Gerade in den gemeinsamen Aktivitäten wie z. B. beim Kochen des Mittagessens – etwa durch die Reduktion von Fleischspeisen zugunsten veganer Alternativen – oder auch in den Upcycling-Projekten leben die Jugendlichen Klimaschutz und Ressourcenschonung. Gleichzeitig werden handwerkliche Fähigkeiten wie Reparieren vermittelt. Besser kann die pädagogische Auseinandersetzung mit Klimaschutz-Themen nicht gelingen.“

Das Wissen um die Bedeutung eines nachhaltigen Lebensstils wird also nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auch in die Tat umgesetzt, erklärt eine Teilnehmerin der AusbildungsFit work.box Linz: „Am meisten hat es mich bewegt, dass hier in so vielen Hinsichten nachhaltig gehandelt wird. Nachhaltigkeit muss nicht teuer sein und schon kleine Veränderungen können was bewirken.“

Soziale Nachhaltigkeit

Neben ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten spielt bei pro mente Jugend natürlich die soziale Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle: junge Menschen stärken, ihre Fähigkeiten sichtbar machen und neue Perspektiven aufzeigen. Es geht darum, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, Gemeinschaft zu fördern und Jugendliche dabei zu unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden.

Auch darin liegt ein nachhaltiger Beitrag für die Zukunft: Menschen zu befähigen, Verantwortung für sich selbst, für andere und für ihre Umwelt zu übernehmen.